Messen mit Deutschlands Besten Drucken
Samstag, den 06. September 2014 um 09:44 Uhr

 

 

Bericht des Trierischen Volksfreundes vom 04.09.2014

 

Bild: Holger Teusch - Trierischer Volksfreund(Wittlich/Bad Homburg) Hochspannung zum Abschluss der Sommerferien bei der Jugendfeuerwehr Wittlich: Die Wettkampftruppe ist am Sonntag bei den Deutschen Meisterschaften dabei. Mehrmals wöchentlich trainierten die Zwölf- bis 16-Jährigen in den vergangenen Monaten.

Wittlich/Bad Homburg. Einige Schläuche, eine Hürde, eine Bank, eine Kübelspritze und verschiedene Seile liegen im Schatten des Schlauchturms der Wittlicher Feuerwehr verteilt. Plötzlich rennen vier Jugendliche los, springen über das Hindernis, kriechen durch einen improvisierten Tunnel. Es ist der Beginn eines Löschangriffs. "Fang schon mal an zu pumpen", ruft Susanne Scholl einem der Jugendlichen zu. Das Wasser spritzt in eine zehn Zentimeter große Öffnung in einer Holzwand. Fünf Liter müssen möglichst schnell dort hindurchgespritzt werden.

Währenddessen rollen die übrigen fünf Jugendfeuerwehrleute Schläuche aus und kuppeln sie zusammen. Zum Schluss müssen noch verschiedene Knoten geknüpft und Ausrüstungsgegenstände richtig zugeordnet werden. "57 Sekunden. Das ist gut", ruft Scholl, als die neun Jugendlichen ihre Aufgabe erfüllt und sich an der Ziellinie in Reih\' und Glied aufgestellt haben.

Die Jugendfeuerwehr Wittlich hat sich für die deutschen Meisterschaften qualifiziert. Seit Monaten trainiert die Wettkampfgruppe auf die Titelkämpfe am kommenden Sonntag, 7. September, im hessischen Bad Homburg zu. "Die Vorbereitung lief ganz gut. Aber ich möchte nicht wissen, was die anderen gemacht haben", sagt Mathis Kaspers. "Mindestens einmal pro Woche üben wir. Meist zusätzlich auch noch für den Staffellauf", erklärt Jens Weyer, wie sich das Team auch in den Sommerferien fit hielt.

Der Zwölfjährige ist einer der jüngsten der Gruppe. Die 16-jährige Katharina Denkert ist als einziges Mädchen die älteste. Außer Geschwindigkeit - die Besten benötigen laut Scholl für den Parcours etwa 45 Sekunden spielt das Durchschnittalter beim Feuerwehr-Wettkampf eine große Rolle. Am wichtigsten sei aber das korrekte Erfüllen der Aufgaben, erklärt Scholl: "Konzentriertes und präzises Arbeiten ist wichtiger als die Zeit." Denn für jeden Fehler gibt es bis zu 20 Minuspunkte. Das ist beim Hindernis-Staffellauf über 400 Meter, dem zweiten Teil des Wettkampfs, ähnlich. Dabei rücken die sportlichen gegenüber feuerwehrspezifischen Fähigkeiten in den Fokus. "Wir müssen immer ein bisschen improvisieren. Wir haben halt nicht alles. Das wäre zu teuer", erklärt Scholl. Andere, größere Wehren haben bessere Übungsbedingungen. So gibt es nur eine Spritzwand (statt zwei), und auch die fällt langsam auseinander. Aber die schlechteren Bedingungen versuchen die Wittlicher, durch ihr Engagement wettzumachen. teu